Kolpingsfamilie Oberwesel im Mittelrheintal / zur Startseite



Presse
» Startseite

» Veranstaltungen
» Fotogalerie
» Presse
» 150. Jubiläum

» Gruppen
» Aktuelles
» Vorstand

» Mitgliedschaft
» Chronik
» Links

» Kontakt
» Impressum
Quo vadis Gesundheitssystem?

(24.11.2012) Debatte: Debeka-Vertreter fordert kleine Reformen – IKK Südwest für Radikalkur

Oberwesel. Am Ende war es bei den vierten Oberweseler Gesprächen der Kolpingsfamilie ein Zuhörer, der wohl den Wunsch vieler Bürger beim Thema Gesundheitspolitik auf den Punkt brachte: Er wünschte sich, dass alle Akteure – von Kassen bis zu den Politikern – in einen Raum eingeschlossen werden, bis sie zu einer Lösung gekommen sind. Erst, wenn – wie bei der Papstwahl – weißer Rauch aufsteigt, sollten sie den Raum wieder verlassen dürfen. Ein frommer Wunsch, meinten die beiden zur Podiumsdiskussion in die Cafeteria der Loreley-Klinik eingeladenen Kassenvertreter Frank Spaniol (IKK Südwest) und Roland Weber (Debeka).
Insbesondere Weber sprach sich bei der Reform des Gesundheitssystems für eine Politik der kleinen Schritte aus. Er hält das derzeitige Nebeneinander von privater und gesetzlicher Versicherung für das eigentliche Geheimnis des deutschen Erfolgsmodells. Nirgendwo anders in der Welt seien die Kosten für Gesundheit in den vergangenen Jahren so moderat gestiegen wie in Deutschland. Der Debeka-Vorstand wollte auch nichts von einer Zweiklassenmedizin wissen, die aber eine große Mehrheit der Bürger nach wie vor diagnostiziert.
Auch Spaniol beobachtet eine Zweiklassenmedizin „nur in Randbereichen“. Der Chef der IKK Südwest sprach sich jedoch ganz im Einklang mit der rot-grünen Opposition für eine Radikalkur des Gesundheitssystems aus: die Einführung einer Bürgerversicherung, was eine Abschaffung der privaten Krankenversicherung bedeuten würde.
Einig waren sich Spaniol und Weber, dass es in den nächsten Jahren einer gemeinsamen Kraftanstrengung der Politik im Kampf gegen den drohenden Ärztemangel bedarf. Mit eindringlichen Worten und erschreckenden Zahlen wies der Ärztliche Direktor der Loreley-Klinik, Dr. Peter Mesletzky, die etwa 80 Zuhörer darauf hin, dass auch vielen rheinland-pfälzischen Kliniken in den nächsten Jahren die Insolvenz drohe. Die Politik müsse den Patienten und Beitragszahlern endlich die Wahrheit sagen: Entweder würden die Kosten für Gesundheit und damit auch die Beitragssätze immer weiter steigen, oder aber Politik und Krankenkassen würden definieren, welche Leistungen künftig noch von den Versicherungen getragen werden.

Ein Bericht von Christian Kunst, Rhein-Zeitung Koblenz