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Oberweseler Gespräche

(13.05.2011) Pfarrei im Umbruch — Was hat das Bistum mit uns vor?

Zu diesem Themenschwerpunkt fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe der sog. „Oberweseler Gespräche“ eine Abendveranstaltung im großen Saal des Kath. Jugendheimes in Oberwesel statt.
Nachdem der Vorsitzende der Kolpingsfamilie Oberwesel Marius Stiehl die Gäste und den Hausherrn Pastor Bernhard Jakobs begrüßt hatte, übergab er das Wort dem Moderator dieses Abends, dem Gemeindereferenten von Oberwesel Friedhelm Wessling. Dieser begrüßte die Referenten und stellte sie den Besuchern der Veranstaltung vor: Dekanatsreferent Norbert Jansen, Pastoraltheologe Christoph Morgen von der theologischen Fakultät Trier und Prof. Fritz Köster aus Hirzenach.
Zunächst stelle Dekanatsreferent Norbert Jansen den sog. „Strukturplan 2020“ des Bistums Trier vor, der zum 01.09.2011 in Kraft treten soll. Danach wird es im Bistum Trier künftig nur noch 173 und bezogen auf das Dekanat St. Goar 4 pastorale Einheiten geben: Boppard, Emmelshausen, Oberwesel und Bacharach. Für die bisherige Seelsorgeeinheiten Oberwesel, Damscheid und Perscheid bedeutet diese  strukturelle Veränderung eine Zusammenlegung mit Niederburg und St. Goar. Sitz der neu gebildeten Pastoraleinheit wird Oberwesel sein. Die Umsetzung des Strukturplanes 2020 wird daneben die Bildung von Pfarreigemeinschaften und Kirchengemeindeverbände nach sich ziehen. Die Kirchengemeindeverbände werden mit der Finanzhoheit über die Pfarreiengemeinschaften ausgestattet. Es wird zukünftig Schlüsselzuweisungen des Bistums geben, die in der Verantwortung dieser Kirchengemeindeverbände an die Pfarreiengemeinschaften verteilt werden. Was die pastorale Ausstattung der neuen Pfarreiengemeinschaft Oberwesel anbelangt, gibt es 3 Möglichkeiten:
• ein verantwortlicher Pfarrer mit anderen Pfarrern als sog. Kooperateure
• mehrere Pfarrer im Team mit einem sog. Moderator
• in einer Übergangsphase für die nächsten 2 bis 3 Jahre die bisherigen beiden Pfarrer in ihrer Verantwortlichkeit belassen
Die Pfarrer der Seelsorgeinheiten unserer neuen Pfarreiengemeinschaft haben sich in Absprache mit dem Bistum Trier auf die letzte Alternative verständigt, so dass zunächst hier keine Veränderung eintreten wird.
Christoph Morgen sprach danach neben den strukturellen Veränderungen auch über das Problem der Kirchenkrise allgemein und über die notwendige Stärkung des Ehrenamtes innerhalb der Seelsorgeinheiten. Gerade im Hinblick auf die rückläufige Finanzausstattung werde das Ehrenamt in der Kirche immer mehr an Bedeutung haben.
Prof. Fritz Köster stellte darüber hinaus einen Vergleich mit den Strukturen und Gegebenheiten in anderen Ländern, insbesondere in der 3. Welt an.
Danach meldete sich Carola Vogel als ehrenamtlich tätige (Mitglied des Pfarrgemeinderates in Niederburg) zu Wort. Zum einen berichtete sie über den Informationsfluss in ihrer Pfarrei, zum anderen äußerte sie ihren Wunsch, nicht zu viel über Struktur und dafür mehr über Pastoral zu reden.
Pastor Bernhard Jakobs machte am Beispiel von Bad Kreuznach, wo in der Vergangenheit die Zusammenlegung mehrer Pfarreien bereits vollzogen wurde, die Auswirkungen solcher Strukturveränderungen deutlich. Er sorge sich, ob bei den vielen Sitzungsterminen bei all den neu gebildeten Kirchengremien noch Zeit für die Menschen bleibe. Außerdem bat er um Verständnis, dass er sich nicht zu seinen persönlichen Planungen äußern wolle.
Anschließend fand ein reger Frage- und Meinungsaustausch zwischen den Referenten und dem Publikum statt. Mit ca. 80 Teilnehmern war die Veranstaltung gut besucht und machte das bestehende Interesse an dem Thema deutlich. Leider musste dabei festgestellt werden, dass der Besuch von Jugendlichen an diesem Abend ausblieb.