Kolpingsfamilie Oberwesel im Mittelrheintal / zur Startseite



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Das Kreuz auf dem Vogelsnack

(09.07.2015) Patenkind der Kolpingsfamilie seit rund 80 Jahren

Während die meisten Alpengipfel ein Kreuz ziert, ist in unseren Breiten dies nur selten der Fall. Doch seit fast 80 Jahren steht hoch über dem Niederbachtal auf dem 340 m hohen Vogelsnack im Oberweseler Stadtwald ein Gipfelkreuz. Wie die benachbarten Spitzen- und Hohenstein, sowie Großmördersnack, gehört der Vogelsnack zu einer vor 250 Mio. Jahren entstandenen quarzitischen Sandsteinader. Ein Blick in die Chronik der Kolpingsfamilie Oberwesel zeigt eine wechselvolle Geschichte.

Angefangen hatte es Ende der 1930er Jahre, als junge Oberweseler Kolpingsöhne vor ihrem Kriegseinsatz ein Birkenkreuz auf dem 25 m hohen Felsen errichteten. Ein Jahr nach Ende des Krieges wurde das durch mutwilligen Frevel zerstörte Kreuz durch ein 4,50 m hohes Eichenkreuz ersetzt. Wiederum war es die Kolpingsfamilie unter ihrem Senior Rudolf Becker und die kath. Jugend Oberwesel, die die Initiative ergriffen. Am 9. August 1946 zogen mehr als 80 Jugendliche aus Oberwesel, Boppard, St. Goar, Bacharach und Kaub ins Niederbachtal und schlugen dort ein Zeltlager auf. Während die Jugendlichen und viele Erwachsene im Tal das Lied „O du hochheilig Kreuz“ anstimmten, hob sich gleichzeitig auf dem schroffen Gipfel das Kreuz empor (so der Chronist).
Nachdem ein Blitzschlag 20 Jahre später das Kreuz zerstörte, war es wiederum die Kolpingsfamilie unter ihrem Senior Werner Klockner, einem begeisterten Bergsteiger, die die Initiative zur Errichtung eines neuen Gipfelkreuzes ergriff. „Damit wurde eine durch den Glauben mit dem Gefühl der Zusammengehörigkeit gekennzeichnete Tradition fortgesetzt“, so die Rhein-Zeitung in ihrem Bericht vom 13.10.1968. Während im Tal an der Kunobrücke das Kolping-Blasorchester unter Leitung des unvergessenen Dirigenten Gerhard Meyer den Choral „Die Himmel rühmen“ intonierte, wurde das neue Kreuz mit der Inschrift „Christus unsere Hoffnung“ auf dem Felssporn errichtet.

Heute ist der Aussichtpunkt, von dem man einen imposanten Blick ins Niederbachtal und weit in den Taunus hat, leicht über einen Pfad vom VG-Wanderweg zu erreichen. Rudolf Schmelzeisen und Lothar Schnauber haben diesen angelegt. Die Sicherungsgeländer installierte Rudolf Becker. Der Wanderer kann sich in einem Gipfelbuch verewigen und seinen Durst mit einem Getränk aus dem kleinen Depotschrank stillen. Manfred Vogel aus Damscheid sorgt stets für Nachschub und kümmert sich liebevoll um die Sauberhaltung des Aussichtspunktes.

Das zuletzt in den 60er Jahren aufgestellte Kreuz ist natürlich zwischenzeitlich auch in die Jahre gekommen, davon überzeugte sich der Vorstand der Kolpingsfamilie bei einem Ortstermin. Daher wurde eine Erneuerung des Kreuzes für 2016 ins Auge gefasst. Hierfür sind natürlich auch finanzielle Mittel von Nöten, Spenden werden gerne entgegen genommen. Fragen beantwortet der Vorsitzende, Marius Stiehl (Tel.: 06744/711266, E-Mail: vorsitz@kf-ow.de).